Swiss Insurance Monitor 2025 veröffentlicht
Der Lehrstuhl für Technologiemarketing veröffentlicht gemeinsam mit der Universität St. Gallen und Industriepartnern (FinanceScout24, moneyland.ch, elaboratum, und dem Verband für Digitalversicherung Schweiz) die fünfte Ausgabe. des Swiss Insurance Monitors.
In Kürze:external page
- Insight 1: Prämienentwicklung bei Versicherung in der Schweiz
- Insight 2: Trotz steigen der Prämien bleibt die Wechselbereitschaft tief
- Insight 3: Digitale Lösungen gewinnen vor allem bei Offertenberechnungen und bei Vertragsabschlüssen
- Insight 4: Der persönliche Kontakt zu Kundenberatern bleibt zentral für Versicherungen
- Insight 5: Allgemeine Nutzung von künstlicher Intelligenz ist zunehmend
Der external page Swiss Insurance Monitor erfasst in einer repräsentativen Umfrage bereits zum fünften Mal die Beziehung der Schweizer Bevölkerung zu ihrer Versicherung. Insbesondere bei der Erhöhung der Versicherungsprämien äussern Kund:innen, dass sie die steigenden Preise in vergleichbarem Masse wie im Vorjahr nachvollziehen können.
Bei Sachversicherungen berichten 52 % der 1’006 Befragten und bei Krankenversicherungen 90 % von steigenden Prämien. Auf die Frage, ob
Versicherungen trotz Prämienerhöhungen ihren Preis wert sind, schneiden
Sachversicherungen besser ab als Krankenversicherungen. Dabei zeigen sich signifikante Unterschiede zwischen den Sprachregionen: Sowohl bei Sach- als auch bei Krankenversicherungen schätzen Kund:innen aus der italienisch- und französischsprachigen Schweiz die Preiswertigkeit tiefer als die deutschsprachige Schweiz; gleiches gilt für Personen, die in den letzten 12 Monaten Versicherungen gewechselt haben.
Einfluss der Prämienerhöhungen auf das Kundenverhalten
Trotz der hohen Prämienbelastung haben 37 % der Krankenversicherungs-
und 39 % der Sachversicherungskund:innen, die von einer Erhöhung betroffen waren, keine weiteren Massnahmen (z.B. neue Offerten eingeholt oder die Versicherung gewechselt) unternommen. 18 % gaben an, über einen Wechsel nachgedacht zu haben.Lediglich 7 % der Krankenversicherungs- und 4% der Sachversicherungskundinnen
und -kunden haben eine andere Versicherungspolice gewählt. 4 % haben den Versicherungsanbieter ganz gewechselt.
Trend zu digitalen Lösungen bei der Interaktion mit Versicherungen nimmt zu
Die Daten aus dem Jahr 2025 bestätigen den Trend
der letzten Jahre: Online-Kanäle sind bei der Kundeninteraktion zunehmend gefragt – bei Krankenversicherungen noch mehr als bei Sachversicherungen. Bei der Informationssuche, der Berechnung von Offerten und der Schadensmeldungbevorzugen die Befragten signifikant Online-Kanäle. Seit der Lancierung des jährlichen Customer Journey Trackings im Swiss Insurance Monitor (2022) verzeichnen insbesondere der Vertragsabschluss und die Schadensbearbeitung einen stetigen Online-Shift. Dieser verstärkt sich bei jüngeren Personengruppen und in urbanen Regionen.
Nutzung künstlicher Intelligenz
Die Nutzung von künstlicher Intelligenz nimmt in der Schweiz zu. Während im Vorjahr noch 51 % der Personen KI-Anwendungen in beruflichen oder privaten Kontexten verwenden haben, steigt dieser Wert im Jahr 2025 auf 70 %. Dennoch hat die Schweizer Bevölkerung eine leicht negative Einstellung gegenüber KI, wobei sie urbane Regionen sowiejüngere Menschen positiver bewerten.
Viele Menschen erkennen zunehmend deren Nutzen: Sie kann die Informationssuche, Offertenberechnungen, oder auch Schadensmeldungen erleichtern. Besonders Kundengruppen, die KI gegenüber positiv eingestellt sind, verbinden damit konkrete Vorteile wie Zeitersparnis und präzisere Ergebnisse.
Bei der Nutzung von KI in Form von Sprach- oder Chatassistenten äussern die Befragten jedoch Zurückhaltung – für rund ein Viertel ist diese Vorstellung sogar völlig ausgeschlossen. Haben Personen hingegen ein höheres Vertrauen in KI oder eine ausgeprägte digitale Kompetenz, verändert sich das Bild: Sie sind eher bereit, mit solchen Assistenten zu interagieren. Lässt man Personen nach der Präferenz zwischen Sprach- oder Chatinteraktion wählen, stellt sich heraus, dass sie lieber mit KI-Assistenten über ihre Versicherungsanliegen «chatten» als per Sprache zu interagieren.
Potentiale für Versicherungsunternehmen
Knapp 70% der befragten würden durch personalisierte Empfehlung verstehen wollen, welche Versicherungen relevant sind. Knapp 50 % können sich vorstellen Versicherungsanliegen künftig ausschliesslich digital zu unterschreiben. Ausserdem möchten 58 % versicherungsrelevante Dokumente in einer zentralen App hinterlegt haben. 46 % würde gerne die nachhaltige und soziale Verantwortung von Versicherungen nachvollziehen können. Andere Finanzdienstleistungen von Versicherungen wünschen sich hingegen lediglich 22%.
Vollständiger Studienbericht
Der vollständige Studienreport enthält auf knapp 100 Seiten umfassende Analysen zur aktuellen Lage der Versicherungsbranche in der Schweiz und bietet Einblicke in das Konsumentenverhalten sowie in die
Trends im schweizerischen Versicherungsmarkt. Für weiterführende Erkenntnisse berücksichtigt die Studie an ausgewählten Stellen Subgruppenanalysen. Beispielsweise erfolgt eine Unterteilung nach Altersgruppen, Wohnort oder Kundencharakteristika (z. B. «Bedürfnis
nach Einfachheit», «Vertrauen in Künstliche Intelligenz», und «Individuelle Nutzerkompetenz»). Die vollständige Studie kann über die Website (external page swissinsurancemonitor.ch) bestellt werden. Die Hauptergebnisse im sind im PDF-Format (One-Pager) frei erhältlich
Für Rückfragen: Dr. David Finken,
Download Download des One-Pagers in Deutsch, English, oder Französisch (PDF, 505 KB)